Abbau der Lektionenguthaben

Wegleitung der FSS als Service für die Lehrpersonen an den Mittelschulen

Der Leiter Mittelschulen hat in einem Schreiben vom 1. November 2017 an die Rektorinnen und Rektoren der Mittelschulen auf die sehr hohen Lektionenguthaben von insgesamt rund 2600 Jahreslektionen (Stand September 2017) hingewiesen. Dies entspricht rund 125 jährlichen Vollpensen. Die Finanzkontrolle des Kantons Basel-Stadt hat darauf hingewiesen, dass Rückstellungen von Zeitguthaben in dieser Höhe nicht zulässig sind und die gesetzlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden müssen.

 

Aus diesen Gründen hat der Leiter Mittelschulen die Rektorinnen und Rektoren angewiesen, dass:

  • der Abbau der Gesamtsumme der Zeitguthaben an den Mittelschulen auf 10% des jährlichen Personalaufwands, also rund 700 Jahreslektionen (Abbau von 1900 JL) bis spätestens Sommer 2021 zu erfolgen hat.
  • die maximalen Vorgaben aus der Verordnung betreffend Pflichtlektionen (411.500, vgl. www.gesetzessammlung.bs.ch) für die einzelnen Lehrpersonen spätestens bis zu diesem Zeitpunkt ebenfalls eingehalten sein müssen.

Der FSS ist es in dieser Situation wichtig, dass von Seiten der Rektorinnen und Rektoren die gesetzlichen Vorgaben aus der oben genannten Verordnung vollumfänglich eingehalten werden können. Darum möchte sie auf die dabei aus FSS-Sicht wichtigsten Punkte hinweisen:

  • Gemäss § 3 der Verordnung 411.500 kann der Vorgesetzte ohne Einwilligung der Lehrpersonen während zwei aufeinander folgender Schuljahre max. je 2 Jahreslektionen vom vereinbarten Beschäftigungsgrad abweichen, also insgesamt max. 4 Jahreslektionen.
  • Will der Vorgesetzte mehr Stunden kompensieren, was unter den oben erwähnten Vorgaben bei einigen Lehrpersonen der Fall sein dürfte, so braucht es zwingend ein Gespräch zwischen der betroffenen Lehrperson und dem Vorgesetzten. Gemäss §4 müssen beide Parteien mit einem allfälligen Lösungsvorschlag einverstanden sein. Im gegenseitigen Austausch können sicherlich gute und pädagogisch sinnvolle Lösungen gefunden werden (z.B. Sabbaticals, etc.).
  • Wenn der Vorgesetzte argumentiert, dass er das Einverständnis nicht braucht, da er damit eine Kündigung oder Teilkündigung vermeiden kann (§ 4, Absatz 1), darf als Lehrperson nachgefragt werden, welche unbefristet angestellte Lehrperson betroffen ist. Wenn es um befristet angestellte Lehrpersonen geht, dann kann dieser Passus nicht angewendet werden. Natürlich darf die Lehrperson zu Gunsten einer befristeten Lehrperson auf mehr als 2 Stunden verzichten, dann gibt sie aber ihre Einwilligung. 
  • § 6 definiert die Anzahl der Jahreslektionen, die angehäuft werden dürfen. In §6, Absatz 4 wird darauf hingewiesen, dass höhere Saldi „vorübergehend“ erlaubt sind, wenn Lehrperson und Schulleitung damit einverstanden sind. In der Vergangenheit wurden von den Schulleitungen höhere Saldi erlaubt, ja über die Stundenzuteilungen sogar angehäuft.

Die FSS vertritt die Meinung, dass der Abbau fair und im gegenseitigen Einverständnis erfolgen sollte. Das heisst aus unserer Sicht, dass dem ganzen Abbau auch die nötige Zeit gegeben wird und die Vorgabe von 3 Jahren sehr knapp bemessen ist. Absolut wichtig ist dabei der Dialog zwischen dem Vorgesetzten und der Lehrperson, bei welchem eine gemeinsame und gute Lösung gefunden werden kann. 

 

Bei Fragen können Sie sich sehr gerne an die FSS wenden.

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